Jiu-Jitsu-Sarstedt

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Die Aussprache

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Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu, Ju-Jitsu oder Ju-Jutsu?

Die japanischen Schriftzeichen für alle drei Begriffe sind dieselben, doch wie werden diese japanischen Schriftzeichen nun eigentlich korrekt ausgesprochen?

Die wohl einzige korrekte Schriftform für das Jiu-Jitsu ist die japanische Schrift.
Sie ist in drei Gruppen unterteilt: Die sino-japanischen Kanji, bei denen ein Wort oder ein Teil eines Begriffs mit einem Zeichen wiedergegeben wird ("Wortzeichen").

Die beiden Kanji für J(i)u-Jitsu (Jutsu) sind hier abgebildet und dem Jiu-Jitsuka wohl gut bekannt.

Irgendwann in der Vergangenheit musste eine auch für Nichtjapaner lesbare Form gefunden werden, da die Kontakte zum Ausland immer intensiver wurden. Für die Umschrift in die lateinische Schrift haben sich so verschiedene Systeme herausgebildet. Die drei bekanntesten sind Nipponshiki romanji, Kunreishiki romanji und Hebonshiki romanji (Hepburn-System). Es handelt sich dabei im Prinzip um die phonetische Wiedergabe verschluckt.

In Japan selbst verwenden heute verschiedene Stellen unterschiedliche Umschriftsysteme, da es gibt kein offiziell vorgeschriebenes Transkriptionssystem gibt. Eine bestimmte lateinische Schreibweise von Jiu-Jitsu (Ju-Jitsu,Ju-Jutsu, etc.) als die einzig richtige gibt es also rein sprachwissenschaftlich nicht.

Die unterschiedlichen Bezeichnungen können im Westen jedoch ein Hinweis auf unterschiedliche Verbandszugehörigkeiten und historische Hintergründe sein. Die ursprünglich in Deutschland "importierte" Form und Bezeichnung ist Jiu-Jitsu. Dies belegt die Tatsache, dass die ersten Schulen in Deutschland als Jiu-Jitsu-Schulen ausgeschrieben wurden (z. B. Erich Rahn um 1906) und alte Bücher vom Beginn des 20. Jahrhunderts über das Dschiu-Dschitsu (erst später Jiu-Jitsu) sprechen, bzw. schreiben.

1967 wurde im Auftrag des Bundesinnenministeriums, das für Polizei, Zoll, Justiz und Streitkräfte ein effektives, stiloffenes und -übergreifendes System der waffenlosen Selbstverteidigung suchte, durch mehrere Dan-Träger vom Deutschen Dan-Kollegium aus Techniken des Jiu-Jitsu, Judo, Karate, Aikido und anderen Kampfsportarten ein neues Selbstverteidigungssystem zusammengestellt. Da die "sanften" Techniken gegenüber Tritten und Schlägen überwogen, nannte man das Ganze "Sanfte Kunst", Ju-Jutsu. Somit gibt es Ju-Jutsu nur in Deutschland. Die erste vollständige Fassung des neuen Regelsystems wurde am 22. April 1969 veröffentlicht. Im Jahr 2000 ging man wieder dazu über sich wieder mehr dem traditionellen Jiu-Jitsu anzugleichen, da man erkannte, dass dieses Jahrhunderte alte System sehr effektiv und ausgewogen ist.

Die Bezeichnung Ju-Jitsu findet sich eher selten. Zwar gibt es Verbände, die diese Bezeichnung im Namen führen, jedoch benutzen ihre Mitglieder in aller Regel auch die Bezeichnung Jiu-Jitsu für ihren Sport.

Die Sparte Jiu-Jitsu im TKJ Sarstedt hat ganz bewusst die Bezeichnung "Jiu-Jitsu" gewählt. Zum einen galt es, sich historisch und strukturell klar zum deutschen Ju-Jutsu abzugrenzen, zum anderen sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass man die effektive, traditionelle japanische Methode des Jiu-Jitsu vertritt.

 

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