Jiu-Jitsu-Sarstedt

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Geschichte

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Den Ursprung der meisten Budo-Sportarten vermutet man in Verbindung mit der über 3.000 Jahre alten indischen Massagekunst, in der schon über 100 schmerz- und lebensempfindliche Stellen am menschlichen Körper bekannt waren. Genaue Herkunft und historischer Ursprung des Jiu-Jitsu sind unbekannt. Verschiedene Thesen, die einander nicht ausschließen, werden dazu genannt.

Jiu Jitsu ist offenbar im Zuge des Kulturaustauschs durch Mönche und Händler nach Japan gekommen. Belegt ist aber auch, dass die Samurai waffenlose Kampfsysteme kannten, mit denen sie sich verteidigen konnten, wenn sie vom Pferd gefallen oder entwaffnet worden waren. Da das Sumo schon lange in Japan bekannt war, ist davon auszugehen, dass die Ringtechniken der Krieger in Rüstungen, die Kumiuchi genannte wurden, schon gewisse Griffe beinhalteten, die später im Jiu-Jitsu wieder auftauchten.

Schon im 12. Jahrhundert hat es eine japanische Schule für den Handkampf gegeben, die von Shinra Saburo gegründet wurde. Inwieweit hier bereits chinesische Techniken Einfluss nahmen, ist nicht nachvollziehbar.

Der eigentliche Impuls ging von dem Chinesen Chin-Gen-Pin aus, der 1659 nach Japan kam und dort drei Samurai in einer Art des chinesischen Boxens unterrichtete. Diese Samurai verbanden die Techniken mit dem, was sie schon kannten und nannten es "Jiu-Jitsu", die nachgiebige Kunst.
Nachdem das Jiu-Jitsu einmal bekannt war, wurde es an vielen Schulen, die ihre speziellen Techniken jedoch geheim hielten, vermittelt. In Büchern und Schriftrollen waren die verschiedenen Techniken zwar beschrieben, diese Dokumente blieben aber innerhalb der Schulen und wurden immer nur dem jeweiligen Oberhaupt übergeben.

Während der Tokugawa-Zeit gab es über 100 Schulen für Jiu-Jitsu. Aus diesem Umstand erklärt sich auch die Vielfalt des Jiu-Jitsu.

1903 kam Jiu-Jitsu nach Deutschland. Während eines Freundschaftsbesuches zweier japanischer Kreuzer in Kiel wurden asiatische Nahkampftechniken vorgeführt. Kaiser Wilhelm II. gibt Anweisungen, für diese Techniken des Jiu-Jitsu einen Lehrer zu engagieren. Ono, Higashi, Tani, Uynichi und Mayaki kommen nach Deutschland und lehren Jiu-Jitsu.


Jiu-Jitsu hat heute eine weltweite Verbreitung gefunden. Das Weltzentrum für Jiu-Jitsu, die Nippon Seibukan Academy in Kyoto, wurde 1968 durch die UNESCO als B-Mitglied anerkannt.

 

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